74 Jahre Fußball beim 1. SC Gröbenzell

Schon kurz nach dem Krieg kam bei vielen ehemaligen Spielern und Sportfreunden des TSV Gröbenzell, der sich in den Kriegsjahren aufgelöst hatte, der Wunsch auf, endlich wieder Fußball zu spielen. Manche neuen Sportfreunde, die sich in Gröbenzell ansiedelten, kamen hinzu, so dass man bald eine Mannschaft bilden konnte. Obwohl bereits 1945 einige Freundschaftsspiele ausgetragen wurden, gelang es erst 1946 von der Militärregierung die Zulassung zu bekommen.
Der 1. SC Gröbenzell und die Fußballabteilung konnten gegründet werden.

Es war damals nicht leicht, einen geordneten Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Ungeahnte Schwierigkeiten traten auf. So mussten die ersten Spiele mit geliehenen Dresses oder in “AMI”-Hemden gespielt werden. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit den Fahrrädern, aber auch Viehanhänger, Traktoren oder ein Holzgas-Lastwagen waren damals Transportmittel.
Eine der größten Schwierigkeiten bereitete die Platzfrage. Innerhalb kurzer Zeit mussten mehrfach die Spielplätze gewechselt werden und die einfachen Wiesen unter viel Arbeitsaufwand eingeebnet und bespielbar gemacht werden. Dieser beispielhafte Idealismus ist heute kaum mehr denkbar. 1959 wurden dann auf dem damaligen Sportplatz an der Tannenfleckstraße zwei Umkleidekabinen errichtet. Wenn auch der Pumpbrunnen, mit dem der unvergessene Schwarz
Michl als Platzwart “seinen Fußballern” das Wasser pumpte, im Freien stand, so war man doch froh, sich endlich waschen und umziehen zu können.

Als neugegründeter Verein mussten die Fußballer in der C-Klasse beginnen. Nachdem die erste Mannschaft viermal hintereinander Vize-Meister geworden war, gelang ihr 1952 die erste Meisterschaft und damit der Aufstieg in die B-Klasse.

Doch bereits ein Jahr später folgte der Abstieg. 1953 wurde erstmals ein verantwortlicher Trainer bestellt. Mit ihm wurde die Mannschaft 1955 ungeschlagen Meister, stieg in die B-Klasse auf und ein weiteres Jahr später in die A-Klasse auf. Eine harte Bewährungsprobe hatten die Fußballer in der Folgezeit nach 1956 zu bestehen. Es galt nicht nur, sich in der neuen Klasse zu behaupten, sondern auch den inzwischen von der Gemeinde erworbenen Grund an der Ecke Bernhard-Rößner-/Puchheimer Straße in Eigenleistung zu einen Sportplatz auszubauen. Da auch das geplante ‘Sportheim gleich mit errichtet werden sollte, mussten alle Sportler fest zupacken. Von einigen Spielern wurden hierfür 300 Arbeitsstunden geleistet. 20 Jahre lang sollte dieser Platz die sportliche Heimat der Fußballer sein. An dieser Stelle ist stellvertretend für alle Sportfreunde unser ehemaliger zweiter Bürgermeister Ludwig Mair sen. zu nennen. Als Hausherr der Bahnhofsgaststätte war er der sogenannte Herbergsvater der Fußballer, der für Wohnungsprobleme oder für das leibliche Wohl der Spieler immer ein offenes Ohr hatte. Großen Anteil hatte er auch beim Erwerb des Sportgeländes an der Puchheimer Straße. Auch unser Xaver Brunnenmayer, in den 60er-Jahren unser “Mädchen für alles”, hat man heute noch in guter Erinnerung. Mit dem verbesserten Trainings- und Spielbetrieb auf dem neuen Sportplatz begann auch ein erneuter Aufschwung. Im Jahre 1961 gelang der ersten Mannschaft die A-Klassen-Meisterschaft und damit der Aufstieg in die II. Amateurliga (später Bezirksliga).

Das war ein gewaltiger Sprung nach oben, und man war nun als zweiter Verein im Landkreis Fürstenfeldbruck in einer Spielklasse, von der man vorher nicht zu träumen wagte. In dieser Gruppe waren so bekannte Vereine wie MTV Ingolstadt und der FC Wacker München. In den folgenden 10 Jahren gab es mehrere erwähnenswerte Höhepunkte. So trug man in diesen Jahren Freundschaftsspiele gegen die Profis des TSV 1860 München (zweimal), sowie gegen den BC Augsburg und den FC Dornbirn (österreichische Staatsliga) aus. Am 15. August 1968 war sicher der Höhepunkt unserer Vereinsgeschichte. Dem damaligen Torwart und Spielführer Walter Horscht gelang es, den Proficlub Espanol Barcelona mit nicht weniger als 6 Nationalspielern zu verpflichten. Dieses Spiel ging nach hervorragender Leistung, im Beisein des Landrats und der Bürgermeister aller Nachbargemeinden mit 1:5 verloren. 1979 fand zu Ehren des verstorbenen ehemaligen zweiten Bürgermeisters das Ludwig-Mair-Gedächtnis-Turnier statt. Auch an die vielen Ausflüge, z.B. nach Deutschlandsberg und Zell am See, erinnert man sich noch gerne.

Durch die ständige Verstärkung der Mannschaft mit auswärtigen Spielern gelang dann in der Saison 71/72 mit dem 2. Tabellenplatz ein großartiger Erfolg. Grundstein war unser Spielertrainer Norbert Wodarzik. Wurde allerdings noch 71/72 um den Aufstieg in die Landesliga gekämpft, so mußte in der Saison 73/74 für viele unerwartet in die A-Klasse abgestiegen werden. Grund hierfür war sicher nicht mangelnder Einsatz der Spieler, sondern das altersbedingte Ausscheiden und die Rückkehr zu den Heimatvereinen von nicht weniger als 7 Stammspielern sowie die Beendigung der Trainerlaufbahn von Norbert Wodarzik. Auch der 1. Vorsitzende der Fußballabteilung, Anton Schuster, schied 1974 nach 8 Jahren aus den Amt. Mit Willi Zott konnte ein früherer Amateurnationalspieler als Trainer gewonnen werden, um den Wiederaufstieg zu erreichen. Da jedoch weitere Stammspieler den Verein verließen, rückte dieses Ziel allein mit dem eigenen Nachwuchs in weite Ferne. 1976 erstellte die Gemeinde das neue Sportgelände an der Wildmoosstraße. Heute beneiden uns viele Vereine um die vorzügliche Sportanlage. Doch zunächst brachte der Umzug erhebliche Probleme. Das bisher geregelte Training war nur noch eingeschränkt möglich, da auf dem Platz an der Puchheimer Straße die Bauarbeiten bereits begonnen hatten und die neuen Plätze noch nicht völlig fertiggestellt waren. Auch das beliebte Sportheim, das zu gemütlichen Kameradschaftsabenden animierte, stand nicht mehr zur Verfügung. Im Herbst 1977 wurde unter der Leitung von Franz Klein und Willi Dunz mit dem Ausbau eines von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Platzes, dem heutigen Trainingsplatz, außerhalb der Umzäunung begonnen. Von den Jugendlichen über die Aktiven der 1. und 2. Mannschaft bis hin zu den “Alten Herren” wurden viele Freizeitstunden und Schweißtropfen für den Ausbau geopfert. Besonders wirkungsvoll war die Unterstützung durch unsere Mitglieder Fritz Dichtl (Auffüllung des Geländes), Hans Böhmer (Feinebnung und Ansaat), sowie Mitarbeitern der Gemeinde. So war es möglich, dass 1979 der Spielbetrieb auf dem Platz aufgenommen werden konnte. 1985 wurde darüber hinaus mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde eine Flutlichtanlage installiert.

Viele Fußballfreunde konnten trotzdem den Umzug lange nicht verwinden, was sich letztlich auch auf die sportliche Leistung niederschlug. So musste zu Saisonende 79/80 in die B-Klasse und 82/83 in die C-Klasse abgestiegen werden. Natürlich war das Ziel, so schnell wie möglich wieder aufzusteigen. Doch erst unter dem neuen Trainer Walter Horscht erkämpfte die Mannschaft in der Rückrunde 84/85 noch 22:2 Punkte und errichte so den 3. Tabellenplatz, punktgleich mit dem Zweiten SV Allach und dem Vierten SV Günding. Die hochklassigen Entscheidungsspiele gewannen unsere Mannen und stiegen in die B-Klasse auf. Anfangs hatte es die junge Mannschaft in der B-Klasse schwer, doch konnte der Klassenerhalt erst mal gesichert werden. 1990 gelang unter Spielertrainer Christoph Unterhuber endlich die vielumjubelte Rückkehr in die A-Klasse. Dabei profitierte man allerdings von der Tatsache, dass der benachbarte SC Olching den Sprung in die Bezirksliga schaffte. Der SC Gröbenzell musste für diesen Erfolg nicht weniger als 5 mal nachsitzen, ehe der Aufstieg nach 120 hartumkämpften Minuten im letzten Entscheidungsspiel gegen die SpVgg Röhrmoos gefeiert werden konnte. Sage und schreibe 500 Schlachtenbummler verfolgten in Birkenhof den 4:2 Erfolg des SC, wobei der dreifache Torschütze Robert Miefanger zum Matschwinner avancierte.

Leider verließ in der Stunde des Erfolges Coach Christoph Unterhuber den SCG. Mit Manfred Kreisel als Trainer konnte man sich in der neuen Liga durchaus behaupten. Im dritten A-Klassen Jahr, dann unter Spielertrainer Yilmaz Zekai, errang man gar einen beachtlichen 3. Tabellenplatz. Leider fiel der SC daraufhin in ein Leistungsloch. Konnte man 93/94 durch einen sensationellen Auswärtssieg beim Aufstiegsaspiranten SV Germering am vorletzten Spieltag den Abstieg gerade noch abwenden, so musste sich der SC im ersten Jahr unter der sportlichen Leitung von Helmut Seybold 94/95 letztlich aber doch aus der A-Klasse verabschieden. Dieser Rückschlag war das Resultat einer in allen Belangen schwachen Mannschaftsleistung im so genannten “Endspiel gegen den Abstieg” beim ESV Laim, wo man sang- und klanglos mit 1:6 unterging.

ab Senioren 95/96

Sportliche Erfolge in der Geschichte des Vereins sind ohne eine zielstrebige Jugendarbeit nicht möglich. Dies wurde bereits in den Gründungsjahren des Vereins berücksichtigt. So besaß die Abteilung Fußball bereits 1946 eine der ersten und stärksten Jugendmannschaften im Landkreis. Im Jahre 1949 wurde der SC mit einer seiner jungen Mannschaften Kreis-Schüler-Meister. Ein weiterer großer Erfolg gelang der A-Jugend im Jahr 1951, als sie ebenfalls Jugendmeister des Kreises wurde. In der Saison 71/72 wurde die B-Jugend mit 28:0 Punkten ungeschlagener Meister und zudem noch Landkreispokalsieger, 73/74 stieg die A-Jugend in die oberbayerische Bezirksgruppe auf.

In den letzten Jahren lagen die Erfolge mehr bei den jüngeren Teams. Die F-Jugend wurde 1984 oberbayrischer Vizemeister in der Halle. Der E-Jugend gelang dies sogar zweimal, nämlich im Jahr 1984 und 1985. Seit dem Aufstieg 1985 spielt als höchstklassige Mannschaft die D-Jugend in der Kreisliga München unter anderem gegen den FC Bayern. Die letzten Jahre brachten der Fußballabteilung mehrfache Erfolge im Kreis Fürstenfeldbruck. Mindestens ein Titel als Kreismeister, zumeist in der Halle, und als Landkreispokalsieger brachten die jungen Kicker mit nach Gröbenzell, sowie zahlreiche Erfolge bei Pokalturnieren. 1995 gewann die D1-Jugend des SC den Landkreispokal und belegte beim Sparkassencup den zweiten Platz.

Aber für einen doch kleinen Verein wie den SC Gröbenzell sind wichtiger als Pokalsiege die Anzahl der Spieler, die aus den A-Junioren heraus den Sprung in die Herrenmannschaften machen, um insbesondere die erste Mannschaft zu verstärken. Hier zahlt sich dann die Jugendarbeit aus. In der jetzigen ersten Herrenmannschaft sind mehr als die Hälfte der Spieler aus der eigenen Jugend hervorgekommen und dies ist auch das weitere Ziel der über 25 Jugendtrainer des 1. SC Gröbenzell.

Ein weiteres wichtiges Standbein der Jugendarbeit sind die bekannten Gröbenzeller Jugendturniere, wie das alljährlich traditionelle Drei-Königs-Hallenturnier und, alle zwei Jahre, das internationale Jugendturnier, das 1996 im Rahmen der 50-Jahr Feier durchgeführt wurde. Damit hat sich die Gröbenzeller Jugendfußballabteilung einen über die Grenzen des Landkreises reichenden Ruf erworben.

Seit dem Jahr 2000 steigt die Zahl der Jugendspieler stetig an. Im Jahr 2004 spielt der 1. SC mit einer Rekordzahl von 23 Jugendteam im Spielbetrieb und auch die 1. Mannschaft spielt erstmals wieder in der Spitzengruppe. Alle Jugendteams spielen nun in der Kreisliga, auch dies war noch nie zuvor in der Gröbenzeller Geschichte gegeben.

Funktionäre seit 1946:

Jahr 1. Abteilungsleiter 2. Abteilungsleiter Trainer
1946 F.X. Brunnenmayer
1947 F.X. Brunnenmayer
1948 F.X. Brunnenmayer
1949 F.X. Brunnenmayer
1950 Fritz Krämer
1951 Fritz Krämer
1952 Lorenz Brunner
1953 Lorenz Brunner Ludwig Fink
1954 Werner Duensing Ludwig Fink
1955 Werner Duensing Ludwig Fink
1956 Eduard Schwarz Max Becker
1957 Alois Bauer Max Becker
1958 Alois Bauer Ludwig Fink
1959 Alois Bauer Ludwig Fink
1960 Alois Bauer Schade-Tonelli Dr. Klaus Gladiator
1961 Alois Bauer Schade-Tonelli Georg Köbler
1962 Alois Bauer Schade-Tonelli Georg Köbler
1963 Alois Bauer Schade-Tonelli Phil. Lessiak
1964 Schade-Tonelli F.X. Brunnenmayer Phil. Lessiak
1965 Alois Bauer Sepp Ammerhauer Siegfried Mantey
1966 Alois Bauer Sepp Ammerhauer Wastl Metzger
1967 Anton Schuster Alois Bauer Karl Schmittner
1968 Anton Schuster Alois Bauer Norbert Wodarzik
1969 Anton Schuster Alois Bauer Norbert Wodarzik
1970 Anton Schuster Alois Bauer Norbert Wodarzik
1971 Anton Schuster Alois Bauer Norbert Wodarzik
1972 Anton Schuster Alois Bauer Norbert Wodarzik
1973 Anton Schuster Jakob Jutz Robert Körner
1974 Franz Klein Alois Bauer Alfred PerzlWilli Zott
1975 Franz Klein Alfred Perzl Alfred Perzl
1976 Franz Klein Paul Sedlmeier Erdmann Lüth
1977 Franz Klein Erdmann Lüth Gerhard Berndt
1978 Erdmann Lüth Franz Klein Erich Weixler
1979 Rudolf Zwack Franz Klein Erich Weixler
1980 Rudolf Zwack Franz Klein Günther Heiß
1981 Rudolf Zwack Franz Klein Günther Heiß
1982 Rudolf Zwack Franz Klein Günther Heiß
1983 Otto Berg Franz Klein Gerd Lübcke
1984 Otto Berg Franz Klein Gerd Lübcke
1985 Günther Kötschau Franz Klein Walter Horscht
1986 Günther Kötschau Franz Klein Walter Horscht
1987 Wolfgang Kloyer Rudolf Zwack Christoph Unterhuber
1988 Wolfgang Kloyer Rudolf Zwack Christoph Unterhuber
1989 Wolfgang Kloyer Rudolf Zwack Christoph Unterhuber
1990 Wolfgang Kloyer Rudolf Zwack Manfred Kreisel
1991 Wolfgang Kloyer Rudolf Zwack Yilmaz Zekai
1992 Wolfgang Kloyer Reinhold Miefanger, Helmut Seybold Yilmaz Zekai
1993 Wolfgang Kloyer Reinhold Miefanger, Helmut Seybold Yilmaz Zekai
1994 Wolfgang Kloyer Reinhold Miefanger, Helmut Seybold Helmut Seybold
1995 Wolfgang Kloyer Manfred Schilhanneck Helmut Seybold
1996 Wolfgang Kloyer Manfred Schilhanneck Willi Link
1997 Manfred Schilhanneck Robert Bachfisch Willi Link
1998 Manfred Schilhanneck Robert Bachfisch Andreas Süß
1999 Rudolf Zwack Manfred Schilhanneck, Günther Bonnet Uwe Slowik
2000 Rudolf Zwack Manfred Schilhanneck, Günther Bonnet Reinhold Miefanger
2001 Rudolf Zwack Manfred Schilhanneck, Günther Bonnet Reinhold Miefanger
2002 Rudolf Zwack Manfred Schilhanneck, Günther Bonnet Bernhard Komarek
2003 Rudolf Zwack Klaus Spagl Michael Jagenlauf
2004 Rudolf Zwack Klaus Spagl Michael Jagenlauf
2005 Rudolf Zwack Klaus Spagl Udo Barth
2006 Helmut Attenberger Alexander Malenoff Udo Barth
2007 Helmut Attenberger Alexander Malenoff Udo Barth
2008 Helmut Attenberger Alexander Malenoff Udo Barth
2009 Helmut Attenberger Alexander Malenoff Udo Barth
2010 Günter Bonnet Jürgen Schäfer Udo Barth
2011 Günter Bonnet Jürgen Schäfer Udo Barth
2012 Günter Bonnet Jürgen Schäfer Daniele Reisinger
2013 Günter Bonnet Ferdinand Wolf Marco Malenoff
2014 Tassilo Trauner . Felix Hirschnagel
2015 Tassilo Trauner . Marco Malenoff
2016 Tassilo Trauner Frank Reichelt Marco Malenoff
2017 Tassilo Trauner Frank Reichelt Rainer Lohr, Udo Barth
2018 Tassilo Trauner Frank Reichelt Udo Barth
2019 Frank Reichelt Frank Reichelt
2020 Frank Reichelt Andreas Schuhmann
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